Pausenbild IV

Buchjournal: „Was nützt es uns, wenn wir uns der Vergangenheit vergewissern?
Thea Dorn: „Ein Land, das 99 Prozent seiner Geschichte vergisst, kann nicht vital und zukunftsfähig sein. Mein Haupteindruck von der gegenwärtigen Gesellschaft ist eine furchtbare Verzagtheit, Ratlosigkeit, fast kindliche Hilflosigkeit, ein ängstliches In-die-Zukunft-Blinzeln, vor lauter Problemen sehen wir den Wald nicht mehr. Es gibt keinen Lebensmut und keine Energie, und das, obwohl Deutschland in der Mitte Europas gut aufgestellt ist.“
{…}
Und was ist für Sie „typisch deutsch“? Unter allen Kommentatoren verlosen wir 1 Exemplar von Thea Dorns und Richard Wagners Buch „Die deutsche Seele“!
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„Was heißt es, deutsch zu sein?“ Thea Dorn und Richard Wagner im Interview mit dem Buchjournal

Korrekturvorschlag:
Wie im Interview erneut belegt wird, ist es xxxx, sich permanent als Opfer von allem möglichen auszustellen. Die adäquatesten Kommentare zu den xxxx hat Eike Geisel verfasst, u.a. den folgenden:
„Die xxxx hatten zwar den Krieg verloren, sollten aber als Vernichtungsgewinnler aus ihm hervorgehen, indem sie den Ermordeten noch die Rolle des Opfers stahlen.“

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Recommended reading:
Joachim Bruhn – Was deutsch ist


3 Antworten auf „Pausenbild IV“


  1. 1 Claudia 17. Januar 2012 um 0:01 Uhr

    Typisch deutsch sind für mich ängstliche Menschen, die sich an einer Gangway eines internationalen Flughafens stauen, ihre Flugtickets und Pässe umklammert halten und hektisch durch die Gegend schauen, bierernst ihren Platz in der Reihe verteidigen und die empört losschnattern, wenn dann doch kleine Kinder oder Menschen mit Handycaps zuerst ins Flugzeug gelassen werden, bis sie selbst endlich losrennen können. Typisch deutsch ist für mich die Angst, irgendwie zu kurz zu kommen, nicht schnell genug zu sein und das gepaart mit einer stetigen Anspannung und Biederkeit. Das klingt zwar fies, aber wir Deutschen haben nunmal nicht das Laissez-faire erfunden…

  2. 2 junesixon 17. Januar 2012 um 12:52 Uhr

    „Typisch deutsch ist für mich die Angst, irgendwie zu kurz zu kommen“… Seconded!
    Jenseits davon:
    „Ich ziehe es vor, in eigenem Namen und andererseits von „den Deutschen“ zu sprechen. Verfährt man so, dann wird man regelmäßig von jenen angegriffen, die darin eine unzulässige Verallgemeinerung sehen. Aber gleichzeitig sich selbst eilfertig durchstreichen und bei jeder Gelegenheit „wir“ oder „wir Deutsche“ sagen.“ Eike Geisel

  3. 3 Rough NinJa 02. März 2012 um 23:09 Uhr

    Kann die Aussage Geisel’s nur bestätigen. Auf meine Art von „den Deutschen“ in dritter Person, niemals in zweiter und erst recht nicht in erster, zu sprechen reagieren diese (insbesondere die Jungen, nach 1990 erzogenen) mit Verwunderung und empörter Ablehnung.
    Wer sich nicht als wir begreift ist ein Schandmal.

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