Grundlegendes 19: Als ich einmal Angst davor hatte, einen Artikel von Magnus Klaue zu lesen

Magnus Klaue nämlich hat in der aktuellen Konkret etwas zu Frank Schätzing geschrieben. Und wie fast (!) immer hat er auch hier Recht mit dem, was er schreibt. Diesmal, wenn er fünfzehn Gründe anführt, Frank Schätzings Bücher nicht zu lesen und ihn persönlich zu meiden. Auszüge:
Frank Schätzing ist ein religiös interessierter, klimabewußter, ästhetisch kompromißloser Universaldilettant.
Frank Schätzings künstlerisches Ideal ist die Synthese aus Richard Wagner, Pink Floyd und Michael Crichton.
„[Frank Schätzing] ist weder Latin Lover noch Gigolo, sondern Deutscher.“
Frank Schätzing ist Kulturkritiker. Er weiß, daß es böse enden wird mit uns allen, wenn nicht bald ein radikales Umdenken stattfindet. […] Gestern: Das ist Ursuppe, roh, atavistisch, aber auch heimelig, aus der sich die sich ihrer selbst bewußt werdende Menschheit erhebt. Heute: Das ist die Zone der Hybris, der Dekadenz und Sünde, die nach Reinigung verlangt.“
Magnus Klaue – Outer Limits, Konkret 5/2010
Stimmt alles! Meine Befürchtung war nur, dass Klaue bereits all das zumindest angedeutet haben könnte, weswegen ich Schätzings tatsächlich grauenvoll geschriebenen „Der Schwarm“ einmal quer- und dann noch einmal (so halbwegs… Es gibt Grenzen des Erträglichen!) Satz für Satz (Zitatsammlung) gelesen habe. Wenn das umsonst gewesen wäre… wie auch immer! Er hat nicht (bis auf „Michael Crichton“, „Deutscher“ und „Reinigung“), und ich bedanke mich dafür.
Auch schön, die Reaktion des Rezensenten von Strange Horizons (der sich abgesehen vom Folgenden, da liegt er absolut richtig, in mindestens einem Punkt irrt) auf Schätzings „Schwarm“-Personeninventar: „This results in sickeningly worthy creations such as an Eskimo whale expert who battles against right-wing American Christians so evil that I would not have been surprised if Schätzing had made them spend much of their free time killing puppies with hammers.
Und demnächst gibt es a.O., aus Anlass der anstehenden Verfilmung des Romans unter der Regie von angeblich Ridley Scott (nach „Alien“ und „Thelma and Louise“ konnte es nur noch bergab gehen!), nach einem Drehbuch von Ted Tally (dito, „The Silence of the Lambs“), noch mehr Gründe, Frank Schätzing das Bundesverdienstkreuz mit Zeugs zu verleihen.
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Later:
Meilensteine deutscher Vergangenheitsbewältigung V: Die „Yrr“ und der weltweite Erfolg deutscher Ideologie I/ Wehrhaftes Volk
Meilensteine deutscher Vergangenheitsbewältigung VI: Die „Yrr“ und der weltweite Erfolg deutscher Ideologie II/ Vom Pays-Boche zu „the most beloved country worldwide“