„Die Generation 9/11″ according to Jürgen Elsässer

Wir hatten in der Vergangenheit die Bewegung der 68er, das war rund um Vietnam. Dann kann man sagen, wir hatten so eine Art Bewegung der 78er, da ging’s vor allem um Atomkraft. Und was wir jetzt haben, meines Erachtens, ist die Generation 9/11. Ich kann’s für mich sagen und ich glaube, es trifft auch noch auf andere hier im Saal zu: Wir sind alle geprägt worden durch die Erfahrungen des 11. September, diese ungeheuren Lügen, die uns vermittelt worden sind.
Jürgen Elsässer Blog: „Wir, die 9/11-Generation“, Transkript – Video Nuoviso Geopolitik-Teffen: Talkrunde

Die neue Hauptstadt der Bewegung ist Leipzig (oder doch Stuttgart oder womöglich Fulda?) und wie bereits München (vielleicht auch) ist sie (wie immer sie am Ende heißen mag!) offensichtlich in der Lage, eine Heimstatt zu bieten für ‚Glaubensgenossen‘ zwar unterschiedlichen ‚Bekenntnisses‘, die dennoch ein Ziel eint: die Verbreitung völlig absurden, aber zunehmend massenkompatiblen (hoffen sie; zumindest erweisen sich „Frauen mit Kinderwagen“ als noch ein wenig widerspenstig…) Irrsinns.
Was früheren deutschen Bewegungsinitiatoren z.B. die Esoteriker um Lanz von Liebenfels waren, sind ihnen heutztage z.B. die Eklektiker von Nuoviso. Und so hat auch Jürgen Elsässer („Was wir hier miterleben, ist die Geburtsstunde einer neuen Bewegung„) offensichtlich überhaupt kein Problem mehr mit „Kumpels“ von Frank, die ihn „gleich so agitiert [haben] mit Ufos [“Wir dürfen uns nicht auseinander dividieren lassen in Politische und Spirituelle„], oder so“, wobei man natürlich [!] eine „Abgrenzung nach … zu Neonazis und NPD und ähnlichen Geisterfahrern“ braucht, „aber es gibt auch… Früher hab‘ ich gedacht, es gibt nur Linke und Rechte. Aber im Laufe der Zeit wird man ja auch klüger und da merkt man: Die meisten Leute kannst du gar nicht so schnell links und rechts einsortieren; die passen gar nicht in das Schema. Und wir müssen diese Leute erreichen. Und die Leute gibt’s. Ich sag‘ mal ein Beispiel: Ich glaub‘, am Mittwoch oder am Donnerstag gab’s in München eine sensationelle Veranstaltung: Gauweiler und Lafontaine. Und das ist unsere alte These von der Volksinitiative von Anfang an: Man braucht ein gesellschaftliches Bündnis von Gauweiler bis Lafontaine. Und die Linken, denen wir das gesagt haben, die waren entsetzt: Ja, wie kannst Du nur mit Gauweiler und so weiter und so weiter und… aber die beiden, Gauweiler und Lafontaine, haben das jetzt selber gemacht, das hat auch mit uns gar nichts zu tun. Die haben in München einen Saal angemietet. Das war der Gauweiler, der hat dann den Oskar eingeladen, da waren tausend Leute, und das waren CSUler und Linke und die haben gemeinsam eins, zwei gsuffa. Und die einen haben beim Gauweiler geklatscht, und die anderen haben beim Lafontaine geklatscht. Aber es war ’ne freund… ‚ne Atmosphäre des freundschaftlichen Streites und Wettbewerbs und das ist, was in Deutschland fehlt: Das muss her!
(Jürgen Elsässer Blog, ebd.)
„In München steht a Hofbräuhaus, oans, zwoa gsuffa“ – da haben (z.B. am 24. Februar 1920) auch schon öfter mal recht viele Deutsche zueinander gefunden!
Wie bereits erwähnt: links… rechts… egal – deutsch eben… Die Hauptsache ist, dass ‚wir‘ uns alle als Opfer der üblichen Verdächtigen imaginieren können! (Gleichgültig, wie ‚ausgewogen‘ man daherkommen mag.)

Updates:
+ Antizionistisches Wochenende in Berlin
+ Eine verschworene Bande

Jenseits davon: Österreich und Deutschland mal wieder in trauter Harmonie…

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2 Antworten auf „„Die Generation 9/11″ according to Jürgen Elsässer“


  1. 1 Pent C. Klarke 11. September 2009 um 2:33 Uhr

    Das war Jürgen Elsässer im Video? Ich dachte, es sei Joschka Fischer. Aber seine Frisur scheint er öfter zu wechseln.

  2. 2 junesixon 11. September 2009 um 14:10 Uhr

    :D
    Just to prove you right und weil ich ‚das mit der Frisur‘ oben aus Wasfürgründenauchimmer wieder rausgeschmissen hatte: Elsässer/Nuoviso-Interview

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