Grundlegendes 8

„Letztlich tragen die Relativisten ihr Scherflein zu dem von mir so benannten „Ja, aber“-Syndrom bei. […] Ja, einen Holocaust hat es gegeben, aber er unterschied sich nicht von einer Reihe anderer Katastrophen, bei denen Unschuldige massakriert wurden. Die hieraus logisch resultierende Frage lautet: Wenn es so ist, warum hört man „immer nur“ vom Holocaust? Für die Holocaust-Leugner und viele weitere, die „noch keine“ Holocaust-Leugner sind, heißt die Antwort auf jene letzte Frage offensichtlich: weil die Juden zuviel Macht haben. „Ja, aber“ charakterisiert eine Haltung, welche in dem Zwielicht zwischen unverblümter Holocaust-Leugnung und Relativismus angesiedelt ist. In gewisser Hinsicht stellt sie eine heimtückischere Gefahr dar als die direkte Holocaust-Leugnung, da sie einer Pseudogeschichtlichkeit Nahrung bietet, deren Hintergründe und Ursprünge kaum klar zu definieren sind. Sie bildet das Gegenstück zu David Duke ohne Laken.“
Deborah E. Lipstadt – Leugnen des Holocaust (der deutsche Untertitel „Rechtsextremismus mit Methode“ ist, gelinde gesagt, irreführend – man hält sich besser an das Original: „Denying the Holocaust. The Growing Assault on Truth and Memory“)