Archiv für August 2009

Grundlegendes 7

„Durchweg schmuggelt die Logik des Jargons Beschränktes, schließlich materielle Mangelsituation als Positivität ein und wirbt für ihre Verewigung in dem Augenblick, in dem, nach dem Stand der menschlichen Kräfte, solche Beschränkung real nicht mehr sein müßte. Geist, der sie zu seiner Sache macht, verdingt sich als Lakai des Übels.“
Theodor W. Adorno – Jargon der Eigentlichkeit. Zur deutschen Ideologie

„Die Protokolle der Organsammler von Israel“

1998 wurde in Deutschland Hadassa Ben-Ittos, ehemalige Richterin am Obersten Gerichtshof Israels und ehemalige Botschafterin Israels bei den UN und der UNESCO, „Die Protokolle der Weisen von Zion – Anatomie einer Fälschung“ (The Protocols of the Elders of Zion – The Lie That Wouldn‘t Die) veröffentlicht, auch damit von nun an niemand mehr „dem Gerücht über die Juden“ so leicht Glauben schenken möge. Ein ähnliches Ziel verfolgten Deborah E. Lipstadt mit „Denying the Holocaust. The Growing Assault on Truth and Memory“, Richard J. Evans mit „Lying About Hitler. History, Holocaust, and the David Irving Trial“ (über den Prozess, den Irving gegen Lipstadt anstrengte und nicht umgekehrt, wie es die Öffentlichkeit meist wahrnahm) und viele, viele mehr – alles umsonst. Es reicht offensichtlich, mit einer leicht abgewandelten Form der üblichen Verschwörungstheorien gegen ‚die Juden‘ oder ‚die Israelis‘ aufzuwarten und jegliche Kritik daran, wird mit dem Ruf nach Meinungsfreiheit (wer stellt die hier eigentlich in Frage?) beantwortet und dem Verweis darauf, wie die Dänen mit den Islam-Karikaturen umgegangen seien. Nun besteht schon einmal ein Unterschied zwischen (ihrer Natur gemäß provozierenden) Karikaturen und einem auf Glaubwürdigkeit pochenden Artikel in einer Zeitung, sei sie auch noch so boulevardesque, der eine ernsthafte Anklage erhebt, ohne sie zu belegen und vom Angeklagten ohne jegliche Beweise fordert, er solle gefälligst eine Untersuchung zum Gerücht einleiten.
Der israelische Botschafter in Schweden hatte die einzig sinnvolle Antwort auf den Vorwurf: Why won‘t you investigate why the Mossad and the Jews were behind the bombing of the twin towers? Why won‘t we investigate why Jews are spreading AIDS in the Arab countries? Why won‘t we investigate why Jews killed [Christian children to bake Matzot on Pessah]?“ (Jerusalem Post)
Angeblich erhob der Autor des Artikels, Donald Boström, die Anklage bereits in seinem 2001 erschienenem Buch „Inshallah“, das womöglich vom Schwedischen Außenministerium mitfinanziert wurde, außerdem: „The article in question implied links between Palestinian claims that IDF soldiers killed Palestinians and harvested their organs, and the recent arrest in New Jersey of an American Jew suspected of illicit organ trafficking“ (Jerusalem Post). Damit hätte ‚man‘ mal wieder die usual suspects beieinander!
Damit erübrigt sich aber auch die freundliche Annahme von Abraham H. Foxman, ADL National Director: „If Mr. Boström had read his history, he might have taken pause before writing such ugly, hateful words, which are the playthings of bigots and anti-Semites, not journalists.“
Der deutschen Öffentlichkeit in Form von Spiegel Online/Hans Dahne dpa (alle folgenden Zitate) ist das alles mal wieder Anlass, die eigene moralische Überlegenheit zu demonstrieren und kleine Lektionen zu erteilen:
Aus israelischer Sicht erinnert der Vorwurf des Organ-Diebstahls an antisemitische Stereotype aus dem Mittelalter, wonach Juden das Blut von Christen für rituelle Zwecke benutzt haben sollen.“ – Eben nicht nur aus israelischer Sicht!
Am Sonntag folgte eine neue Attacke Liebermans. Dieses Mal bezichtigte er Schweden der Heuchelei. Im Fall der umstrittenen Mohammed-Karikaturen habe das schwedische Außenministerium 2006 nicht nur deren Veröffentlichung verurteilt, sondern in einem Brief an die jemenitische Regierung sogar noch sein Bedauern ausgedrückt, sagte Lieberman dem israelischen Rundfunk. Allerdings: Ungeachtet aller Proteste in der arabisch-islamischen Welt gegen die umstrittenen Mohammed-Karikaturen in der größten dänischen Tageszeitung „Jyllands-Posten“ blieb der damalige dänische Ministerpräsident und heutige NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen bei seiner harten Linie. Auch im aktuellen Fall lehnt die schwedische Regierung eine öffentliche Verurteilung unter Verweis auf die Meinungs- und Pressefreiheit ab.“ – Schweden … Dänemark – egal, aus deutscher Sicht eh nur …whatever… und s.o. Karikaturen vs. Pseudonachricht!
Israels ultrarechter Außenminister Avigdor Lieberman, der öffentliches Poltern als Markenzeichen pflegt, heizt den Streit seit Tagen an. Als der Fall noch keine großen Schlagzeilen gemacht hatte, verglich er bereits die fehlende Reaktion der schwedischen Regierung mit dem angeblichen „Schweigen“ während des Holocaust.“ – Bis auf sehr wenige Ausnahmen – angeblich? „Schweigen“? Danke dann nochmal für die Aufnahme der dänischen Juden – seriously!! Aber wieviele mehr mussten sterben aufgrund der Fortführung der kriegswichtigen Lieferungen aus Schweden?
Harte Zeiten stehen dem schwedischen Journalisten Boström bevor. Israels Innenminister Eli Jischai ordnete nach Angaben des israelischen Rundfunks an, dass die Aufenthaltsgenehmigung Boströms eingefroren werden soll.“ – Das versteht man dann wohl unter „Auge um Auge – Zahn um Zahn“ – der Ärmste – Glück gehabt!
Der Aktionskreis von Schweden, das derzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat, bliebe damit beim Thema Nahost beschränkt.“ – Manche Dinge sind zu begrüßen!
Nur mal angenommen, in einem Artikel in einer belgischen (don‘t ask me!) Zeitung bezichtigte ein, vermutlich für ein früheres Buch, in dem er dieselben Anschuldigungen vertrat, vom belgischen Außenministerium finanzierter, Autor die deutschen Soldaten in Afghanistan, sie hätten den Auftrag, die von ihnen produzierten Leichen auszuweiden, um deren Organe an finanzkräftige Empfänger zu verteilen usw. usf…. (Und das wäre immer noch etwas ganz anderes!) Natürlich werden sich die Kanzlerin, der Außenminister, die Botschafter in Belgien, den Niederlanden, Frankreich etc., die Ministerpräsidenten der Länder, die Vertreter der so genannten Opposition etc. pp. zurückhalten: Hier geht es schließlich um Meinungsfreiheit („Eine Zensur findet nicht statt“ – s.u.)! Zeit für den nächsten Untersuchungsausschuss…
In diesem Fall befinden sich alle, die nicht in der Lage sind, aus dem Behaupteten die richtigen Schlüsse zu ziehen im ihnen gemäßen Umfeld!
Die Schweizer haben dann irgendwann „Die Protokolle der Weisen von Zion“ unter Anwendung des Schundliteratur-Paragraphen verboten… Man muss das Verbot diskutieren (was Ben-Itto ausführlich tut), aber „Schundliteratur“ trifft es recht genau! Und Lipstadt sagt, jeder hat das Recht zu äußern, was immer er will, aber es hat auch jeder (Verleger, Herausgeber etc. pp.) das Recht zu insistieren: „Bei mir nicht!“
Außerdem: Yaakoc Lozocwick – „Stale Antisemitism“

Update Spon 25.08.09/ Manfred Ertel – „Israelische Politiker attackieren Schwedens wunden Punkt“ (alle folgenden Zitate): „Beleidigungen, Morddrohungen, Boykott: Die heftigen Reaktionen auf einen fragwürdigen schwedischen Zeitungsartikel erinnern an den Karikaturen-Streit. Israels Außenminister beschimpft Schweden gar als antisemitisch. Doch Stockholm weist die Kritik zurück – und beruft sich auf die Pressefreiheit.“ – An der Reihenfolge erkennt man das Ressentiment des ‚deutschen Opfers‘: Beleidigungen, Morddrohungen, Boykott und als Krone des Ganzen gar die Bezichtigung der Schweden als antisemitisch.
Ein freier Autor hatte in einem im Feuilleton versteckten Beitrag den Verdacht geäußert, die israelische Armee entnehme palästinensischen Opfern Organe für eigene Zwecke.“ – Versteckt (im Feuilleton? Eine auch in deutschsprachigen Medien beliebte Praxis, siehe „Eine unheimliche Leere“) und kein Wort über den noch viel weniger versteckten zweiten Artikel zum Thema im selben Blatt.
Er spielt damit unverhohlen auf ein immer noch unbewältigtes historisches Trauma des neutralen Landes an: Die zum Teil offene Kollaboration großer Teile der schwedischen Gesellschaft mit Hitlers Nazi-Deutschland während des Zweiten Weltkriegs. Lieberman setzte sogar noch einen drauf und sprach von „Schwedens Schweigen während des Holocaust„.“ – Ein Trauma also, ein historisches gar! Unbewältigt natürlich – aber der im Bewältigen versierte Lehrmeister aus Deutschland ist sicherlich mehr als bereit, Nachhilfe zu erteilen…

Update HonestReporting Communique 01.09.09 – Swedish Blood Libel: The Aftermath

„Vorwärts und gegen das Vergessen…“ – Die Emanzipation des ‚deutschen Opfers’

Vom 3. bis zum 27. November 2009 wird im Rathaus Hannover die Ausstellung „Erzwungene Wege“ (derzeit in Recklinghausen) gezeigt werden, eine Wanderausstellung des „Bundes der Vertriebenen“ in Zusammenarbeit mit der Stiftung „Zentrum gegen Vertreibungen“. Sollte sich seit 2006 nichts am Konzept geändert haben, wird die “mit Bundesmitteln hoch bezuschusste Ausstellung […] in Vitrinen abgewetzte Koffer mit zerschlissenen Namensschildern [präsentieren]. Daneben waren auf Großformat hochgezogene alte Photos von Güterwaggons zu sehen. Und doch war nicht von der Höllenfahrt nach Auschwitz die Rede, sondern von der Aussiedlung der Sudetendeutschen aus der Tschechoslowakei 1947 ff, die ein Fall von „Genozid und Vertreibung“ gewesen sei, wie der Katalog […] konstatiert“ (Tjark Kunstreich, Veranstaltungsankündigung: Demonstriert gegen die gefährlichsten Politiker unserer Zeit! Eine Veranstaltung zur Rettung der Israelsolidarität, 27.01.07).
Die Aneignung der (kulturindustriellen) Bildsprache in der Repräsentation des Holocaust durch ‚deutsche Opfer(-gruppen)‘1 und deren Nachkommen und Apologeten ist ein bekanntes Phänomen (vgl. auch Harald Welzer – Opa war kein Nazi, Tobias Ebbrecht – Familienalbum und Familienroman in kittkritik – Deutschlandwunder etc.), das meines Wissens allerdings noch in keiner wissenschaftlichen Monographie umfassend aufgearbeitet wurde, dabei handelt es sich (noch) um einen der relevantesten Aspekte der (Re-)Konstituierung deutschen Nationalbewusstseins nach 1945 und der (Re-)Vitalisierung des abstrusen Kerns deutschen Selbstbewusstseins von Beginn an: ‚Deutsche und Deutschland als Opfer’. Spätestens seit Wagners in Opernform umgesetztem antisemitischen Wehklagen, über Hitlers „Mein Kampf“, bis mindestens zum Kulturschätzeverlustgejammer über Restitutionsansprüche ‚jüdischer Erben aus den USA’ auf Kunstwerke in deutschen resp. österreichischen Museen ertönt ein ununterbrochenes Lamento. Die größte Kränkung, die ‚die Juden’ den Deutschen am Ende ‚zufügen’ konnten, war also, aus deutscher (zynischer und zugleich sentimentaler) Sicht, ihren selbsterklärten Status als ewiges ‚Opfer der Anderen’ für die ganze Welt sichtbar zu ‚vernichten’; darin lag der tiefere Sinn von Zvi Rex’ Aussage, die Deutschen würden den Juden Ausschwitz niemals verzeihen.
Seit 1945 bemühen sich die Deutschen, den Ursprungsopfermythos wiederzubeleben und haben dabei so ziemlich alles ausprobiert, was möglich oder opportun erschien. ‚Linke’ wie ‚Rechte’ sind in diesem Bemühen vereint, wobei ihr Vorgehen sich lange Jahre (jenseits der bekannten Schnittmengen) insofern unterschied, als sie ihren eigenen Opferstatus häufig voneinander abweichend definierten. Aber bereits der erste deutsche Nachkriegsspielfilm legte Parameter fest, die (mit scheinbaren Unterbrechungen, s.u.) den Weg der Deutschen in ihre Versöhnung mit dem ‚Dritten Reich’ wiesen und an denen entlang sich mittlerweile rechte wie linke Vergangenheitsbewältiger orientieren können: Eine junge KZ-Überlebende (mit schönen langen (!) blonden Haaren) trifft in Trümmerberlin auf einen traumatisierten Militär-Chirurgen. Sie ist offensichtlich eher als er in der Lage, sich den neuen Umständen anzupassen, eher in der Lage, mit der Vergangenheit abzuschließen, eher bereit, Rachegedanken zu suspendieren etc. etc. Ihre Vorgeschichte muss nicht ‚aufgearbeitet’ werden, während sein Trauma dramatischer Rückblenden bedarf, um darzustellen, was der Wehrmachtsangehörige im Krieg durchmachen musste; die tatsächlichen Opfer sind im flashback zu reiner Staffage degradiert und dienen in erster Linie dazu, die moralische Empörung des Helden zu illustrieren. „Die Mörder sind unter uns“, aber sie sind immer ‚die Anderen’. Die Aneignung des Traumas erfolgt vorauseilend in den ersten Kulturprodukten nachkriegsdeutscher Provenienz (vgl. Robert G. Moeller – War Stories. The Search For a Usable Past In the Federal Republic of Germany, Klaus Briegleb – Mißachtung und Tabu).
Trotzdem wurde der Film als mutige Anklage gehandelt2 und die ‚Rechte’ war politisch noch zu trotzig, um zu erkennen, dass diese(!) Form des Vorwurfsgegenletztendlichniemanden die erfolgreichere Strategie sein könnte, obwohl auch dort vereinzeltes Klagen über „hohe Nazifunktionäre“ zu vernehmen war. Rechts übte man sich dennoch mehr oder weniger in der Beibehaltung herkömmlicher Konzepte: ignorieren, aussitzen, vielleicht mal jemanden von hinten treten, schnell wegsehen, „Skandal!“ rufen, wenns allzu laut wird und dann das Fenster wieder schließen, nachher kann man immer noch sagen, man sei ausgenutzt worden und habe sowieso von nichts gewusst oder ‚die Anderen’ hätten es nicht besser verdient. Ostentativchristlichrechts hatte man sich eh nichts vorzuwerfen und phantasierte ein christlich-jüdisches Abendland herbei, das so nie existiert hatte, um es dann sporadisch zu feiern, dabei natürlich Vergebung und Verzeihen gegenüber den Tätern predigend. ‚Links’ wähnte man sich sowieso als Opfer (und tatsächlich gab es dort einige, die hier nicht mitgemeint sind!) und half3, die grotesk niedrig kalkulierten ‚Wiedergutmachungszahlungen’ an Israel (soviel Solidarität unter Opfern musste sein und natürlich gab es eine Faszination für ‚das junge Volk im Aufbruch’!) durchs Parlament zu treiben (die Rechten sahen das gar nicht ein und die christlich Rechten wollten lieber mit tätiger Versöhnung glänzen) (vgl. z.B. Frank Stern – Im Anfang war Auschwitz. Antisemitismus und Philosemtismus im deutschen Nachkrieg und Robert G. Moeller ebd.).
Im Großen und Ganzen hielt diese Verteilung bis 1967 vor. Bis zum Sechstagekrieg. Die diversen deutschen Opfergruppierungen sahen offensichtlich ab sofort die Notwendigkeit (oder erkannten die Möglichkeit) sich umzuorientieren4. Die ‚Linken’ mussten sich die Opferrolle endlich nicht mehr mit ‚den Juden’ teilen, die waren aus ihrer Sicht nun selbst zu ‚Tätern’ geworden, und die Konservativen konnten dem „Dritten Reich“ endlich (wenn auch noch nicht übermäßig explizit)5 einen Sinn verleihen: Die Israelis hatten, die Begeisterung darüber ist der damaligen Presse zu entnehmen, von den Deutschen zumindest gelernt, wie man einen „Blitzkrieg“ führt und erwiesen sich aus deren Sicht nun ebenfalls als ‚fähige Angriffskrieger aka Vaterlandsverteidiger’. Letztendlich frönten beide Seiten weitestgehend ihrem Antisemitismus, als der sich der vorgebliche Philosemitismus der Linken (vor dem Juni 1967) und der Konservativen (nach 1967) letztendlich demaskierte. Große Teile der ‚Linken’ verrannten sich daraufhin in einen wirren ‚Antizionismus‘6, während sich den Konservativen und einigen Rechten bis dato ungeahnte Identifikationsmodelle eröffneten, die sie nun ausführlich testen konnten. Axel Springers berühmt-berüchtigte fünf Unternehmensgrundsätze, darunter § 2: „Das Herbeiführen einer Aussöhnung zwischen Juden und Deutschen, hierzu gehört auch die Unterstützung der Lebensrechte des israelischen Volkes“, z.B. wurden 1967 formuliert. Während also viele Linke ihre von den Nazivätern ruinierte Kindheit nachholten und, ganz völkisch nach Karl May, Old Shatterhand bei den Apachen, als die sie die Palästinenser und andere ‚edle Stämme’ offensichtlich identifizierten, spielten und sich zugleich als Opfer der Nazivätergeneration und derer, die ihr ein Ende setzen mussten, gerierten, begannen einige konservative Rechte langsam zu verstehen, dass altbekannte Strategien [vgl. unten „Jopie war kein Nazi“] dem Ansehen oft mehr schaden als nützen und man die Spielregeln ganz einfach ändern kann.
Um es sehr(!) verkürzt aber auf den Punkt zu bringen: In den kommenden Jahrzehnten lernten die Rechten von den Linken und die Linken von den Rechten, wie man sich am besten als Opfer darstellt – wobei jeder ein wenig mit ‚seinen Unverbesserlichen’ zu kämpfen hatte. Am Ende aber hatten sie tatsächlich als „anständige“ Deutsche auch öffentlich (irgendwann musste es ja mal publik gemacht werden!) zueinander gefunden, als Opfer unter Opfern. Und jetzt geht alles ganz schnell. Im Prinzip ist das nach üblichen ‚Vertriebenen-Kriterien’ geradezu als blasphemisch geltende (denkt man sich so!) Konzept des „Zentrums gegen Vertreibungen“ und dessen Wanderausstellungen schon wieder überholt. Dort hatte endlich auch die vertriebene Rechte gelernt, dass es sich als Opferstatusbeanspruchender besser lebt, wenn man den völkerverliebten Deutschen diverse Nachvollziehbarkeitsmodelle anbietet.
Es ist aber nicht so, dass die Vertriebenen unter Erika Steinbach damit eine gänzlich neue Idee gehabt hätten, Bestrebungen in der Richtung gab es bereits in den 1950er Jahren – meist wurden sie abgewehrt, teilweise fanden sie Eingang in die Propaganda scheinbar gemäßigter Natur (vgl. Moeller ebd.). Und im Prinzip handelt es sich bei dieser „Idee“ nicht um eine, wie von Sören Pünjer (dessen Analysen jenseits davon völlig richtig sind) noch 2003 (Bahamas 43/2003, Ein Beitrag zur Weltordnung von morgen) konstatiert, Bewegung „nach links“, mit der sich die Konservativen endgültig „ihres traditionellen Revanchistenflügels“ entledigen wollen und zugleich belegen, „daß der nationalistische Antisemitismus, wie man ihn bisher von rechts kannte, sich in Deutschland unwiderruflich auf dem absteigenden Ast befindet, um dem tendenziell antinationalen und antirassistischen von links die Zukunft zu überlassen“ (Pünjer über den Ausschluss Martin Hohmanns aus der CDU), sondern (mal wieder) um ein deutsch-pädagogisches Konzept, das nach Vollendung die Vergemeinschaftung aller irgendwie Demvolksichverbun-denfühlenden erlauben soll – welche Ausnahmeregelungen man auf lange Sicht anstrebt, zeichnet sich längst ab.
Die Botschaft, richtig gelesen, ist diesmal entsprechend nur vordergründig an die außerdeutsche Welt gerichtet (man weiß sie ja nunmehr an seiner Seite – siehe die sinnvollere Berichterstattung über die UNO bei z.B. UN Watch und alles, was Instant Coffee etc. über die Obama-Administration geschrieben haben). In diese Zielrichtung heißt, so Pünjer zutreffend, „die Maxime, die mit dem Zentrum […] durchgesetzt werden soll […]: Am deutschen Wesen nach Auschwitz soll die Welt genesen. Das aber ist nicht etwa die simple Wiederkehr des immergleichen german problem als eines taktisch ausgeklügelten und programmatisch verkündeten dritten Griffs zur Weltmacht, sondern Ausdruck einer internalisierten, wahnhaften moralischen Überlegenheit, die nach Eike Geisel nicht darin gründet, daß die Deutschen unheilbar krank seien, sondern im Gegenteil: unheilbar gesund.“
Die Botschaft an alle (!) Deutschen aber lautet auch: Die anderen haben gelitten und die Welt hat das anerkannt und hat sie dafür geadelt, ihr dürft eben das auch für euch in Anspruch nehmen: Ab sofort! (Der moralische Wahn gilt in der Tat in alle Richtungen!) Das ist dann eben doch ein nationales und ganz und gar kein antinationales Projekt und revanchistischen Vorstellungen nicht notwendigerweise entsagend.
Die Stiftung „Zentrum gegen Vertreibungen“ hat ihren alle zwei Jahre vergebenen Franz-Werfel-Menschenrechtspreis nicht nur so benannt, weil (altbekanntes Muster) Werfel Jude war und vor den Nazis fliehen musste, sondern auch (ein wenig aber dann doch auch wieder nicht neueres Muster), und das ist hier mindestens ebenso wichtig, weil er ‚den (nunmehr) großen’ und weltweit erfolgreichen Roman über den Massenmord an den Armeniern „Die vierzig Tage des Musa Dagh“ („Werfels gutes, aber nicht weiter welterschütterndes Buch“, Jean Améry in „Örtlichkeiten“) verfasst hatte. Deutscher Zynismus: Diverse Fliegen mit einer Klappe erschlagen nennt man das wohl! (Vgl. Konkret 09/03, Erich Später – Grabschändung). 2003 führte das dazu, dass der Preisjury Ralph Giordano, Daniel Cohn-Bendit, Otto von Habsburg, Otto Graf Lambsdorff, György Konrad und Erika Steinbach angehörten (vgl. auch Konkret 08/03, Hermann L. Gremliza – Anne-Frank-Preis für Horst Mahler?). Die „Menschen an unserer Seite“ sind ähnlich sinnstiftend sortiert.
Die Bereitschaft, an diesen Sinn zu glauben, unterscheidet einerseits die Ausstellungen7 des „Zentrums gegen Vertreibungen“ von der (ersten, die zweite ergibt überhaupt keinen Sinn mehr, vgl. Hannes Heer – Vom Verschwinden der Täter) Wehrmachtsausstellung: „Ein Foto, das zwei erhängte halbnackte Erwachsene zeigt, ist untertitelt mit »Deutsche Zivilisten und Soldaten sind häufig Opfer aufgebrachter tschechoslowakischer Bevölkerung oder selbsternannter Volksgerichte. Sie werden vor Ort aufgehängt oder erschossen.« Wann das Foto entstand und wen es zeigt, wird nicht angegeben. […] Die »FAZ«, die der ersten »Wehrmachtsausstellung« des Hamburger Instituts aus der Fehlbeschriftung nicht mal einer Handvoll von Bildern einen Strick drehte, die Vertreibungsausstellung dagegen in höchsten Tönen lobte, bedauerte nun jedoch lediglich, daß das Foto mit den gehängten Deutschen nicht in den Ausstellungskatalog aufgenommen wurde“ (Konkret 02/06, Erich Später – »Vollkommen rehabilitiert«). Sie weist sie aber auf der anderen Seite insofern als deren veritable deutsche Nachfolger aus, als die Wehrmachtausstellung mühelos auch (!) dazu in Anspruch genommen werden konnte (und wurde), den deutschen Kindern oder Enkeln darzulegen, zu welch grausamen Verbrechen ihre Eltern oder Großeltern ‚gezwungen’ wurden – das Wehrmachtsvaterfoto auf dem Schreibtisch des damaligen Kanzlers zeugte z.B. von der so generierten mitleidigen Versöhnung (über die Intention mag man sich streiten).
Irgendwann und zwar demnächst werden die ‚Surrogat-Bilder‘ von „zerschlissenen Koffern“ und überfüllten Viehwaggons überflüssig geworden sein, ersetzt endgültig durch Kalt- und („Wie schrecklich!“) edle Warmblüter, die Planwagen ziehen, Gasmaskenbrillen, zerknautschte Wehrmachtsmützen und für die KiKa-Generation gibt es die „Kuckucksuhr“ statt des „Rosa Kaninchens“ etc. etc. etc.
Und auch Hohmann scheint ein letztes ‚Opfer’ seiner im konservativen Rahmen etwas zu früh und noch ein wenig zu explizit artikulierten ‚Erkenntnisse’ gewesen zu sein. Was von (christlich-rechtslinksrechts-)konservativer Seite mittlerweile in aller Medienöffentlichkeit von sich gegeben wird, steht Hohmanns Äußerungen kaum in etwas nach. Wobei man die „Tätervolk“-Terminologie auch hier jetzt von Zeit zu Zeit einfach mal aus einer anderen Richtung anzugehen versucht (alles schön paritätisch ausgehandelt – einer bricht des anderen Tabus und am Ende sind sie weg und ‚Links’ wie ‚Rechts’ sind sich dankbar): „[Q]uasi als Höhepunkt und Abschluss der deutschen-jüdischen Normalisierung (und die deutsche Normalität besteht seit je darin, einen Antisemitismus auf der Höhe der Zeit zu pflegen), hat […] Felicia Langer [das Bundesverdienstkreuz] erhalten. Bei der Preisverleihung durch den baden-württembergischen Staatssekretär Hubert Wicker sprach dieser vom Engagement Langers gegen die „Deportationen“ von Palästinensern und die „sippenhaftähnlichen Bestrafungen“ durch die Israelis; in dieser Terminologie analogisierte der Vertreter des Ministerpräsidenten Oettinger die israelische Politik mit der nationalsozialistischen. Inzwischen bestellt man als Wortführer der „Israelkritik“ also längst keine Juden mehr; ein Staatssekretär ist so gut wie ein ehemaliger Minister (Norbert Blüm) oder willige Intellektuelle (Henning Mankell, Günter Grass et. al.), und auch der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, der CDU-Politiker Ruprecht Polenz, warnt Israel mittlerweile davor, „als demokratischer Staat schrittweise Selbstmord“ zu begehen. Die Ranküne kleidet sich nur zu durchsichtig als Sorge um den vorgeblichen Freund. Die antizionistischen Juden haben derweil ihre Schuldigkeit getan. Der Hegelsche Reiter der Geschichte ist über sie hinweggaloppiert, die nichtjüdischen „Israelkritiker“ haben die Zügel längst übernommen. [Abraham] Melzer und die Seinen stellen heute ein erbarmungswürdiges Grüppchen dar; sie missverstehen sich noch als Avantgarde und sind doch längst ein Anachronismus: Denn für unverhohlen Antisemitisches braucht es in Deutschland längst keinen Semiten mehrGeorg L. Strauch auf Lizas Welt [meine Hervorhebung, man kann es gar nicht genug betonen! J6ON].
Am Verhalten der [christlich und atlantisch!] Konservativen kann man jetzt den schmerzlichen Verlust des amerikanischen ‚Korrektivs’ ablesen (dem man diesmal zu trauen scheint: if he can we can, too!) – die Demontage der offiziellen Israelunterstützung durch die derzeitige US-Regierung führt hierzulande dazu, dass die Masken recht schnell fallen gelassen werden können.
Und endlich sind die Deutschen Opfer unter Opfern und dennoch ‚das Opfer’, weil ihnen die Aufgabe oblag, diesen Status gleich- und allgemeingültig zu definieren, sich in jahrzehntelanger Versagung darüber zu erheben und zum aufopferndsten und opferbereitesten aller Opfer zu werden. Mission accomplished! Was auf den ersten, zweiten und dritten Blick kein nationales Projekt ist, fügt sich wundervoll in das Nationalverständnis der Deutschen ein, wenn es sich auch noch so internationalisierend gibt – man hat nur voneinander gelernt, wie Bilder und Zeichen allgemeinverständlich gemacht (ad absurdum geführt) werden können. Und trotzdem behält Pünjer natürlich am Ende Recht, wenn er die Verdrehungen benennt, die immer wieder nur auf einen ‚ewigen Feind’, der notwendigerweise (in welcher Form auch immer) schon allein deswegen beibehalten werden ‚muss’, um ‚das alles’ zu ‚rechtfertigen’, verweisen: „Diese pseudo-universelle Utopie von einer infantilen Welt, in der niemand mehr die Verantwortung für sein Tun tragen muß, erkennt jedoch in jenen wirklich Täter, die sich ihr widersetzen. Daß dies wie von selbst die Juden sind, erklärt sich aus dem Umstand, daß insbesondere die Verteidiger des jüdischen Staates, die am historischen Wahrheitsgehalt des Zionismus existentiell festhalten müssen, schon lange nicht mehr in erster Linie als kosmopolitische Zersetzer der Welt gelten, sondern vorrangig als nationalistische Partikularisten, die immer noch dem archaischem Vergeltungsgedanken anhingen und damit keineswegs zufällig einer großen Mehrheit der EU-Bevölkerung als die größte Gefahr für den Weltfrieden gelten. „Während man einst über die Juden herzog, weil sie keinen Nationalstaat hatten, werden sie jetzt kritisiert, weil sie einen haben“, schreibt Mark Lilla in der New Republic. (23.6.03) […] Der linken Süddeutschen Zeitung etwa fällt zum Thema Vertreibung ein, daß „das simple nationale Schema, das den Vertreibungen zugrunde lag und auch heutigen Diskussionen zugrunde liegt, (…) an der historischen Realität“ vorbeiginge, weil “sie (…) aus unzähligen Geschichten, die sich nicht auf eine große Erzählung reduzieren lassen“, bestehe. (13.11.03) […] Die vorgebliche Universalisierung von Erinnerung ist gerade ihre Partikularisierung. Was einst als kosmopolitischer Anspruch auf die ganze Wahrheit galt, ist heute als Partikularismus verpönt, weil es die ganze Wahrheit als objektive beanspruche und die vielen kleinen subjektiven Erzählungen ignorieren würde. Was dagegen einst als Partikularismus galt, weil es den Verzicht auf objektive Wahrheit beinhaltete, gilt heute als universell, weil es den vielen subjektiven Erzählungen zubilligt, ihre je eigene Wahrheit zu transportieren“ (Sören Pünjer ebd.).
Es bleibt also der (dann doch zusätzlich und zunehmend wieder aus den altbekannten Gründen) ‚Endkampf’ des ‚einen ewigen Opfers’ gegen den ‚einen ewigen Täter’. Und die Deutschen scheinen zu denken, sie hätten immer einfach zu früh und mit den falschen Mitteln zugeschlagen! ‚Links’ oder ‚Rechts’: Sie haben vor allem auf der Ebene der kulturindustriell geprägten Ikonographie voneinander lernen können und im vordergründigen Protest des einen gegen des anderen (Bild- pun intended!)Sprache zueinander gefunden und Links und Rechts zur allseitigen Zufriedenheit aufheben können – resultierend in einem nationalen Malwiedereinheitsbrei. Denn ‚links’ bedeutet hier immer wieder nur, die ‚Segnungen’ des ‚deutschen Wesens’ allen zukommen zu lassen, die bereit sind, sich über die ‚Idee’ als ehemalige, derzeitige und zukünftige Opfer identifizieren zu lassen. Danach, wenn der Umweg geebnet wurde, wird man umso leichter allen anderen Opfern entsagen können.

additional reading:

Phase 2 30/2008, Jörg Kronauer – „Es ist vollbracht“
Phase 2 29/2008, Erich Später – Vollkommen rehabilitiert
Phase 2 25/2007, Samuel Salzborn – Fremdwahrnehmung durch die völkische Brille
Jungle World 33/2009, Richard Gebhardt – Eine Kollekte für die Heimatlosen
Konkret 07/00, Samuel Salzborn – Deutscher Glücksfall
Konkret 10/06, Erich Später. Volk Nr. 20
Konkret 09/04, Interview mit Ralph Giordano – hier konkret
Konkret 04/04, Rolf Surmann – Nationalgeschichte reloaded
Saul K. Padover – Lügendetektor. Vernehmungen im besiegten Deutschland 1944/45
Tjark Kunstreich – Nach dem Westen
Matthias N. Lorenz – ‚Auschwitz drängt uns auf einen Fleck‘. Judendarstellung und Auschwitzdiskurs bei Martin Walser
Walter Abish – Double Vision. A Self-Portrait
und natürlich wie immer: Theodor W. Adorno, Max Horkheimer, Jean Améry, Detlev Claussen, Gerhard Scheit, Stephan Grigat, Magnus Klaue, Nicolas Berg, Stephan Braese, Lars Rensmann etc.

  1. Robert G. Moeller konstatiert dieses Phänomen bereits für spätestens die 1950er Jahre: „If the campaigns of the Red Army and Western Allies ‚to reeducate’ Germans by confronting them with graphic evidence of the crimes of National Socialism did not convince expellees of their ‚collective guilt’, they did provide them with a set of categories for evaluating and measuring their own collective experience as innocent victims“ (Robert G. Moeller ebd.). Moeller führt im Rahmen seiner Untersuchung einerseits diverse Beispiele für Vertriebenen-Erzählungen an, die eindeutig der Bildsprache des Holocaust entnommen wurden und andererseits für die damals bereits vorgenommene Gleichsetzung der Erlebnisse von Vertriebenen und Juden. Außerdem ist das Buch eine eindrucksvolle Widerlegung des Mythos, man habe als Deutscher nicht öffentlich leiden dürfen (vgl. auch Frank Stern ebd.), [zurück]
  2. Ähnliches gilt für Wolfgang Borcherts Draußen vor der Tür, das den unsinnigen und den Verfasser typischerweise als Opferautor stilisierenden Untertitel „Ein Stück, das kein Theater spielen und kein Publikum sehen will“ trägt; vermutlich handelt es sich um eines der am häufigsten aufgeführten deutschen Nachriegsstücke überhaupt. [zurück]
  3. Dem es dabei tatsächlich auch nur um das Ansehen der Deutschen ging (vgl. Frank Stern ebd., Robert G. Moeller – ebd.). [zurück]
  4. Für die Rolle der USA, des deutschen Antikommunismus, der rechten Abgrenzung vom ‚linken’ Nationalsozialismus etc. in diesem Rahmen ist leider nicht genug Platz, auch nicht für Atlantiker und/oder völkische Tendenzen in der CDU – sonst wird’s endlos! [zurück]
  5. Expliziter betonen das nun rechte Fraktionen wie z.B. Pi-News, die nicht einmal mehr wirklich bemänteln, dass sie ihren ‚Philosemitismus’ eigentlich nur benötigen, um sich von den ‚klassischen’ Rechtsradikalen abzugrenzen. Die groteske Identifikation Israels als Wiedergänger des Deutschen Reiches, die Projektion ‚deutscher Tugenden’ auf Israel und gleichzeitig die Imagination von Juden als herausragend intelligentes ‚Volk’, Juden als Wegbereiter deutschen Patriotismus’, gepaart mit der christlichen Imagination deutsch-jüdischer Einheit und Erlösungsphantasien etc. pp. kulminieren am Ende in einem (in Abwandlung) ‚Philosemitismus ohne Juden’ (vgl. auch Hanno Loewy – Gerüchte über die Juden). [zurück]
  6. Es reicht in dem Kontext nicht, die ‚fatale Neigung’ der ‚Linken’ für ‚Opfer’ zu beklagen, um diesen Umschwung zu erklären. Tatsächlich ist einschlägigen Publikationen aus der Zeit die Erleichterung, vorgeblich ‚antizionistisch’ und häufig explizit antisemitisch argumentieren zu dürfen, deutlich anzumerken (z.B. Agit 883, mit Dank an CdG für diesen und alle anderen unschätzbaren Hinweise!). [zurück]
  7. Die neueste Bebilderungsanstrengung der Vertriebenen wird derzeit unter dem Titel „Die Gerufenen“ dargeboten und zeigt „Deutsches Leben in Mittel- und Osteuropa“. Honi soit qui mal y pense! [zurück]

Ein Groschen „gegen das Vergessen“!

Unter „Unsere Stiftung – Chronik“ findet man auf der Homepage des „Zentrums gegen Vertreibungen“ folgenden Eintrag: Sommer 2001 – Schreiben an alle Gemeinden in Deutschland mit einem Groschen pro Einwohner Pate der Stiftung ZENTRUM GEGEN VERTREIBUNGEN zu werden“.
Damit dürfen die Winterhilfswerkgemeinden und ihre Einwohner dann auch die DVD-ROM „Gegen das Vergessen – Die große Flucht“ Bd. 3: Umsiedlung, Vertreibung und Integration der deutschen Bevölkerung mitverantworten, die „stellt die erschütternde Vertreibung und Deportation gegen Ende des Zweiten Weltkriegs mittels zeithistorischem Filmmaterial, Zeitzeugenaussagen sowie vertiefenden Texten eingehend dar“ (Eigenwerbung).
Aus der Präsentation der ZGV-Seite:
„[D]en Berichten ist zu entnehmen, daß die Bevölkerung trotz aller mit einer feindlichen Besetzung zusammenhängenden Unannehmlichkeiten aufatmete und eine baldige Normalisierung der öffentlichen Verhältnisse erwartete. Die gehässige Haltung einzelner Soldaten oder auch Ortskommandanten, vor allem aus den Reihen der tschechischen Brigade, wurde durch die Hilfsbereitschaft oder das menschliche Verhalten anderer, die trotz aller Fraternisierungsverbote bald Kontakt mit der deutschen Bevölkerung gewannen, wieder aufgewogen. Die Lebensverhältnisse in den rein deutschen Städten und Dörfern unterschieden sich während der ersten Tage und Wochen nach der Besetzung durch die Amerikaner kaum von denen im übrigen alliierten Besatzungsgebiet Deutschlands. In den Orten allerdings, wo eine tschechische Minderheit oder gar eine Mehrheit vorhanden war und die Verwaltung sofort in tschechische Hände überging, setzte bald die Drangsalierung und Entrechtung der Deutschen durch einheimische und mehr noch durch die aus Innerböhmen und Mähren zuströmenden Tschechen ein. […] Die Anwesenheit amerikanischer Truppen übte offenbar einen moralischen Druck auf diejenigen Tschechen aus, die im Taumel der wiedererrungenen Freiheit und staatlichen Souveränität die gesamte sudetendeutsche Bevölkerung für die erlittene Unbill [!] seit 1938/39 bestrafen wollten“ (for more useful information please read Erich Später – Kein Frieden mit Tschechien).
Vertrieben (no pun intended!) wird die DVD von United Soft Media (Systhema in der United Soft Media Verlag GmbH), die unter dem (Über-)Titel „Gegen das Vergessen“ nun also eine DVD-ROM und drei CD-ROMs anbieten: Das oben genannte Produkt und „’Gegen das Vergessen – […] Eine Dokumentation des Holocaust’. Über 500 Fotografien, umfangreiches Film-, Audio- und Textmaterial aus Archiven der ganzen Welt […] sind die Grundlage einer Dokumentation gegen das Vergessen der Judenverfolgung im Dritten Reich. FEATURES: – Originaltexte werden durch ausführliche Biographien, ein Glossar und Hyperlinks ergänzt, die den sofortigen Zugriff auf jeden Teil des Programms ermöglichen – Mit interaktiven Landkarten und Zeittafeln – Kritische Auseinandersetzung mit mehr als 30 Minuten Videomaterial, Material aus den Beständen der Alliierten und Auszüge aus nationalsozialistischen Propagandafilmen“ (aus der Produktbeschreibung d. Herstellers via Amazon).
Außerdem „’Gegen das Vergessen – Häftlingsalltag im KZ Sachsenhausen’ – „Lobenswert ist die Aufmachung der CD-ROM, die durchaus modern und dennoch angemessen ist. […] Wer sich nicht durch die grafische Oberfläche hangeln will, der kann eine Übersicht benutzen, die diesen Namen durchaus verdient hat. Ein Lexikon mit den wichtigsten Begriffen und den Biografien der KZ-Künstler runden die CD-ROM ab. Fazit: Gegen das Vergessen – Häftlingsalltag im KZ Sachsenhausen zeigt passende Geschichtsdokumentation ohne Betroffenheitsappell [!….?]. Die CD-ROM lässt Zeitzeugen und Fakten eindrucksvoll für sich sprechen“ (Katharina F. Braun – Amazon-Redaktion).
Darüber hinaus vertreiben United Soft Media in der Systhema Classics-Reihe (Systhema Verlag) eine weitere (oder doch nur Restexemplare derselben mit neuem Cover?) CD-Rom „Gegen das Vergessen – Eine Dokumentation des Holocaust“ – „Diese CD-ROM eignet sich als Anschauungsmaterial für den Schulunterricht, aber auch für alle, die mehr über das düsterste Kapitel der deutschen Geschichte wissen wollen. Die Navigation ist denkbar einfach. Per Mausklick bewegt sich der Benutzer durch Themen wie Hitlerdeutschland, Aufstieg der Nazis, Biographien von A-Z, den Holocaust, Widerstand und die teilnahmslose Welt“ (Corinna S. Heyn – Amazon-Redaktion).
Unter Systhema Classics findet man neben dem Holocaust-„Anschauungsmaterial“ weitere anschauliche Datenträger zu „Themen wie“ Der Zweite Weltkrieg, Anne Frank Haus, Atlas der Frühgeschichte, Mäusejagd im Grand Hotel, Der Hundesimulator und Alfred Biolek – Meine Rezepte.
Wie auch immer…

Grundlegendes 6

„Der frisch ungetrübte Blick ins Zukommende fällt mir um genau soviel zu schwer, wie die Verfolger von gestern ihn sich zu leicht machen. Auch kann ich, flügellahm, wie mich nun einmal Exil, Illegalität, Tortur gemacht haben, nicht mitkommen bei dem ethischen Höhenflug, den ein Mann wie der französische Publizist André Neher uns Opfern proponiert. Wir Verfolgte, meint der hochfliegende Mann, müßten unser vergangenes Leid ebenso interiorisieren und in emotionaler Askese auf uns nehmen wie unsere Peiniger ihre Schuld. Daß ich es nur gestehe: Dazu fehlen mir Lust, Talent und Überzeugung. Unmöglich kann ich einen Parallelismus akzeptieren, der meinen Weg nebenher laufen ließe mit dem der Kerls, die mich mit dem Ochsenziemer züchtigten. Ich will nicht zum Komplizen meiner Quäler werden, verlange vielmehr, daß diese sich selbst negieren und in der Negation sich mir beiordnen. Nicht im Prozeß der Interiorisation, so scheint mir, sind die zwischen ihnen und mir liegenden Leichenhaufen abzutragen, sondern, im Gegenteil, durch Aktualisierung, schärfer gesagt: durch Austragung des ungelösten Konflikts im Wirkungsfeld der geschichtlichen Praxis.“ Jean Améry – Schuld und Sühne (1977)

„Eine unheimliche Leere“

Anmoderation (3sat Kulturzeit, 7.8.09, Tina Mendelsohn): „Die Zeiten, in denen sich Israel alles [?] erlauben konnte, sind vorbei“; die Obama-Administration habe den Israelis die ihnen von der Bush-Regierung erteilte „carte blanche“ entzogen und nachdrücklich einen Siedlungsstop eingefordert.
Was sich die Israelis derzeit alles noch erlauben können, wird im anschließenden Beitrag (übernommen vom ARD-Weltspiegel) ausführlich dargestellt und kommentiert (oder eben nicht):
„’Die Juden wollen nicht nur unser Haus, sondern nach und nach jedes einzelne Haus. Sie fressen sich durch Jerusalem wie Motten, die Juden sind wie Motten’, fürchtet Mahmuds Frau.“ Sie fürchtet das nicht, sie behauptet es. Sie sagt: „Die Juden sind wie Motten“ – gefräßige Motten. Aber da sie nicht „Ratten“ sagt, kann man das aus Weltspiegelsicht offenbar einfach mal so stehen und das Bild auf die deutschen Zuschauer wirken lassen. Wie ‚perfide‘ „die Juden“ vorgehen, weiß der ARD-Korrespondent direkt im Anschluss und ohne auf das „Schädlingsbild“ auch nur einzugehen zu berichten: „Was die Siedlerorganisationen machen: Sie bieten den arabischen Bewohnern Millionen an, damit sie ausziehen. Nur einige wenige nehmen das Geld an und gehen.“ Die Botschaft ist deutlich: ‚Ein „aufrechtes Volk“, das sich nicht „vom wohlhabenden Juden“ kaufen lassen will‘ – noch so eins!
Woraufhin er sich den „gefräßigen“ Siedlern zuwendet und beklagt: “In der sogenannten Roadmap zum Frieden hat sich Israel vor sechs Jahren dazu verpflichtet, alle Siedlungen, die nach März 2001 errichtet wurden, sofort abzureißen. Doch bislang geschah nichts.“ Was nicht geschieht ist, dass „[d]ieser Außenposten – er besteht aus zwei Hütten – immer noch [existiert]. Auch wenn die Armee ab und zu vorbeikommt und alles niederreißt.“ Der Korrespondent darf es selbst erleben: „Am nächsten Morgen: Die Armee war in der Nacht da und hat die Hütten von Mitzpe Avichai niedergerissen.“ Wie mag das aussehen, wenn etwas in seinem Sinne „passiert“ und tatsächlich gründlich „abgerissen“ und eben nicht nur mal so „niedergerissen“ wird?
Wesentlich Sinnvolleres zum Thema ist nachzulesen bei Instant Coffee und Lizas Welt
Egal, Kulturzeit lässt ein Interview mit Marlene Streeruwitz folgen, welche die Salzburger Festspiele als „faschistoid“ bezeichnete, z.B. weil dort der Arbeitsplätzeverlust bei Audi (Sponsor) nicht thematisiert wurde, und dankbar die Steilvorlage aufnimmt: „[E]s geht um das Gleiche wie in dem vorigen Beitrag, es geht um Territorien, die dann auch Geld sind. Aber es geht auch um abstrakte Territorien, die Kampf auslösen und Kampf bedeuten und es geht natürlich um den Verteilungskampf, der damit verbunden ist. Das Geld ist auf bestimmte Territorien konzentriert und andere bekommen dann kein Geld.“ Es ist in diesem Kontext kaum zu vermuten, dass Streeruwitz auf die EU-Gelder für palästinensische Bauvorhaben anspielt.
Aufschlussreich auch der anschließende Beitrag über Gret Palucca (ursprünglich Nachtkultur, SWR), die, „[o]bwohl sie Halbjüdin [!] war, tanzend [!] [das] Nazi-Regime [überlebte].“
Nun denn… ‚alles halb so wild‘ legt der deutsche Kulturmagazinbeitragsersteller nahe – die Nazis hatten ja auch Orchester im KZ…
Kulturzeit bietet üblicherweise ausgewählte Beiträge aus Kultursendungen der ARD (inklusive der Regionalprogramme), des ZDF, ORF, Schweizer Fernsehens und selbstproduzierte features. Die Übernahme außenpolitischer Themen erfolgt vorwiegend im Rahmen von Israel- und Amerika-Kritik, gerne auch Kritik an der „Israel-Lobby“ in den USA (mal mehr, häufiger überhaupt nicht kulturell verbrämt). Die Moderatoren (derzeit Tina Mendelsohn, Ernst A. Grandits, Cécile Schortmann und Andrea Meier; früher u.a. Gerd Scobel, Dieter Mohr) leiten die jeweiligen Berichte selbst ein und führen Interviews, u.a. mit Ted Honderich und ‚Israel Shamir‘.
Tina Mendelsohn in der FAZ: „’Ich habe ein Gespür dafür, wann ich aufhören muß zu fragen.’ Ein Live-Interview ist wie Sport. In dem Augenblick davor, wenn die Minuten kurz sind und die Sekunden lang, befällt Tina Mendelsohn eine unheimliche Leere.
Diese unheimliche Leere hatte sie offensichtlich auch befallen, als sie den Publizisten Michael S. Cullen am 6. Mai 2004 fragte, was er „als Jude“ angesichts der Fotos von aufgestapelten Körpern in Abu Ghraib empfände. Cullen reagierte angemessen irritiert. Das Video ist bei 3Sat leider nicht mehr einsehbar und bis auf die damals assoziierten Gedanken, dass die Gefangenen in Abu Ghraib (trotz der Widerwärtigkeit des Vorgangs, der in den USA übrigens gerichtlich geahndet wurde) eben nicht zu Leichen(!)bergen gestapelt wurden, dass entsprechende ‚Szenarien’ unter der Saddam Hussein-Diktatur vermutlich wesentlich blutiger anzusehen gewesen wären (gäbe es denn publizierte Bilder), und dass die offensichtlich von der Moderatorin angeregte Assoziation mit von Deutschen errichteten Vernichtungslagern tatsächlich absurd ist, versagt mein Gedächtnis.
Die von Klaus Briegleb konstatierte „leere Mitte“ existierte offensichtlich nicht nur in der notorischen „Gruppe 47“; sie ist Deutschlands Kulturberechtigungsticket („Alle Kultur nach Auschwitz, samt der dringlichen Kritik daran, ist Müll“ Theodor W. Adorno) und Deutschland hat sich ein Symbol desselben mit einem „begehbaren!“ (Briegleb) Mahnmal (in Berlins „leerer Mitte“) und mit seinen „hohlen“ Kulturmagazinen geschaffen.

„Es gab Folgen, zum Teil nicht unbedenkliche…“

…beklagte sich Eckhard Henscheid1 über die Reaktionen auf sein Interview mit der Jungen Freiheitanläßlich der Walser-Reich-Ranicki-Bubis-Möllemann-Sache“ (Henscheid in JF 24/02); so mochte ihn beispielsweise eine „Hannoveraner Kleingruppe wildgewordener Aufpasser“ nicht mehr als „Referent von einer Adorno-Gedenkjahrveranstaltung“ haben, was ihn „an Stil und Mentalität römisch-katholischer Inquisitions- und Indexkongregationen und deren Informanten“ erinnerte (Henscheid in JF 12/06).
Schlimmer noch imaginierte er sein Schicksal nach diesem neuerlichen Beweis wagemutigen Querdenkertums und nachdem er sich eingereiht hatte in die Riege der in Deutschland geradezu verfemten Unterstützer eines JF-Stands auf der Frankfurter Buchmesse, unter ihnen die öffentlich beleidigten und erniedrigten Joachim Fest, Helmut Markwort, Wolf Jobst Siedler, Arnulf Baring, Andreas von Bülow, Peter Gauweiler, Norbert Geis, Arno Surminski, Ernst Nolte und Alexander von Stahl, die natürlich seitdem alle ein trauriges und von ‚der öffentlichen Meinung’ verstoßenes Dasein fristen mussten.
Henscheid zumindest befürchtete, mühsam Ironie wahrend, dass „wer heute in der JUNGE FREIHEIT veröffentlicht oder dem Blatt auch nur ein Interview gibt, seiner […] Familie schadet, sie im Prinzip verhungern läßt! Gut, daß ich ein bißchen gespart habe.“ (ebd.)
Und schön zu wissen, dass das Ersparte die nächsten drei Jahre vorgehalten hat – denn nunmehr springt das „Sommerhilfswerk“ (Joachim Rohloff) des Freistaats Bayern ein und versieht den bedürftigen Pfleger einer Fülle von „Gattungen und Genres mit den dringlich benötigten 15.000 Euro, mit denen der Jean-Paul-Preis 2009 dotiert ist.
Henscheid, der, stolz Versagung predigend, die Annahme von Preisen üblicherweise ablehnt, macht diesmal eine Ausnahme, da ihm in diesem Fall die Preisträger, die Jury und der „Namensgeber des Preises sowieso“ „genehm“ sind.
Offenbar genehme Preisträger waren bis dato unter anderen Botho Strauß, Verfasser „tranige[r] Edelschickeriaprosa“ (Henscheid) und des „Anschwellende[n] Bocksgesang“. Und Gertrud Fussenegger, die „Stimme der Ostmark“, Verfasserin so ergreifender Zeilen wie „Wir finden uns in einen wüsten Irrgarten versetzt, in ein finsteres und häßliches Labyrinth unzähliger übereinandergetürmter Leichensteine, die in regellosen Massen, schief und gerade, aufrecht und umgestürzt, wie es eben kommt, den schwarzen unbegrünten Grund gleich einer Drachensaat besetzen“, angesichts des jüdischen Friedhofs von Prag im Jahre 1941; nachdem sie 1938 im Zuge des ‚Anschlusses’ dem „Führer“ „sich selbst als Gabe zu bringen / gewillt zu größtem Bekenntnis“ bereit erklärt hatte (cp. Zeit 44/1993).
Umso genehmer wird es dann womöglich, wenn ‚man‘ erfreut verkünden darf, dass ‚man‘ als Laudator der Preisverleihung am 7. Oktober Martin Mosebach gewinnen (!) konnte. Noch so ein ignorierter, missachteter und ungeliebter Autor, ein weiteres Opfer „wildgewordener Aufpasser und Puritätsvertreter“ (Henscheid JF 12/06) und das (fast) nur, weil er in seiner Rede aus Anlass der Entgegennahme des Büchner(!)-Preises den Bogen vom „französischen Revolutionär Saint-Just […] ’zu Himmlers Rede aus dem Jahr 1943’ an seine von der Judenvernichtung heimgekehrten SS-Männer“ schlug und „den Sieg der bürgerlichen Revolution mit dem Betrieb von Gaskammern zu konnotieren“ wusste (Hermann L. Gremliza, Konkret 12/2007).
There goes the neighbourhood…

  1. Im Februar 1999 hat ein langjähriger Autor der Redaktion mitgeteilt, daß in einem Blatt, das den »Obergauner Bubis« gegen Martin Walser verteidige, für ihn kein Platz sei. Der Herausgeber hatte geantwortet, er könne da leider nicht widersprechen. Drei Jahre später tritt der Autor an einem Ort vors Publikum, an dem ihm dergleichen nicht geschehen kann: beim Nazi-Blatt »Junge Freiheit«, wo er das »spezielle Judentabu« in Deutschland beklagt: »Wenn Möllemanns Aussagen tatsächlich schon einen Klimawechsel in Deutschland bewirken sollten, dann hat dieser Klimawechsel meinen Segen.« Es ist bitter. Und schade um Eckhard Henscheid.“ (Konkret 07/02) [zurück]

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